Ich möchte mich verbessern!

Es ist wunderschön, mit dem Klettern anzufangen: jeder Fels warte auf uns, wir sind mega-begeistert und jedes Mal machen wir riesige Fortschritte. Es ist wie eine magische Zeit, die man voll genießen soll. Wir entwickelt uns als Kletterer und werden nach und nach anspruchsvoller.

Wie alle gute Dinge hat leider diese Zeit ein Ende. Wir kommen irgendwann zu einem Punkt, an den wir merken, dass wir nicht mehr vorwärtsgehen sondern auf dem gleichen Leistungsniveau bleiben. Klar, das Klettern ist und bleibt unsere Leidenschaft, wir sind noch voll davon besessen. Allerdings finden wir uns wie auf einen “Plateau” und fragen uns ein wenig verärgert: Was hat sich verändert?“.

Eine berechtigte aber inkorrekte Frage. Stattdessen sollten wir uns fragen: “was hat sich NICHT verändert?” Die Antwort darauf lautet: NICHT verändert sind die Reize, die wir gesetzt haben. Die ständige Wiederholung hat unsere Leistungsverbesserung verhindert.

Was bedeutet es genau? Wir Menschen sind dafür gemacht, uns ständig anzupassen. Es gibt keinen Fortschritt ohne Stimulus. Als wir mit etwas neu – wie das Klettern – anfangen, ist dem Körper alles unbekannt und reizvoll. Wir sind deswegen Anfangs beim Klettern so schnell stärker und besser geworden, weil wir uns auf den anfänglichen Reiz anpassen mussten. Wenn wir die gleichen Reize immer gleich wiederholen, gewöhnen wir uns daran: es wird dem Körper einen normalen Zustand und keine Neuigkeit mehr. Der Körper sieht keinen Bedarf, sich zu verbessern, weil er schon über ausreichende Fähigkeiten verfügt.

Die Lösung ist hier, einen größeren Stimulus als des vorherigen zu geben. Es ist eigentlich, was wir jedes Mal tun sollten, wenn wir nach einer Steigerung streben – sowohl beim Klettern als auch im Leben. Und was ist ein Beispiel für einen großen Stimulus? Es gibt mehrere Möglichkeiten.

Es könnte einfach bedeuten, länger als zuvor zu klettern, z. B. einen Tag mehr in der Woche; oder intensiver: härteren Routen zu klettern. Das ist, was ich Anfängern empfehlen, d. h. Kletterer die mit dem ersten “Leistungsplateau “kämpfen.

Für diejenigen, die bereits ihr Kletterregime erhöht haben und sich wieder “blockiert” fühlen, empfehle ich eine der folgenden drei Optionen:
1. Gewicht verlieren;
2. Kletterstil ändern;
3. ein spezifisches Training ausüben. Zu den einzelnen Punkten.

GEWICHT VERLIEREN

Wenn wir paar Pfunde mehr als „normal“ mitbringen, ist das Abnehmen sicherlich die schnellste und effektivste Lösung, um unsere Leistung zu steigern. Solange wir es sinnvoll gestalten, ohne Crash-Diät und ohne zu verhungern, ist das Abnehmen auch eine sehr gesunde Lösung. Ich bin keine Ernährungsberaterin. Ich rate Euch dazu, Euch auf einen Profi zu verlassen und nichts zu improvisieren. Hier ist keinen Jo-Jo Effekt gewollt, sondern eine langfristige Ernährungsumstellung.

KLETTERSTIL ÄNDERN

Wenn wir bereit leicht und schlank sind, sollten wir spezifischer arbeiten: wir sollten versuchen, unser Kletterstil zu erweitern und Neues zu probieren. Paar Beispiele dazu: wenn wir in der Regel vertikale Wände klettern, sollten wir jetzt nur im Überhang klettern; wenn wir eher der statische Kletterer sind, sollen wir nur dynamisch und mit Momentum klettern. Und umgekehrt. Oder wir sollten bouldern, wenn wir bis jetzt nur mit dem Seil geklettert sind. Das Wichtigste hier ist, sich wirklich zu engagieren und etwas völlig anderes auszuprobieren, auch wenn wir es nicht mögen und uns nicht so begabt damit fühlen.

SPEZIFISCHES TRAINING

In dem Fall, dass wir keine Möglichkeit oder gar keine Interesse haben, uns so drastisch zu verändert, bleibt es uns nur, spezifischer zu trainieren. Ich kann Euch hier keine zu spezifische Ratschläge geben, aber ich empfehle immer in solchen Fällen, an die eigenen Schwäche zu arbeiten:
– wenn wir uns nicht besonders stark fühlen, kann uns eine wöchentliche Session Krafttraining im Fitnessstudio schnell helfen, die Schulter-, Rücken- und Bauchmuskulatur zu stärken;
– wir mögen Leisten und kleine Griffe überhaupt nicht? In diesem Fall empfehle ich mit einem Fingerboard zu trainieren (Vorsicht, nur wenn Ihr zumindest paar Jahre Klettererfahrung schon gesammelt habt und eine VII (VI für die Mädels)) klettern könntet;
– wenn unsere Ausdauerfähigkeit fehl am Platz ist, können wir zweimal wöchentlich Boulder-Zirkeln ausprobieren, wobei wir 10 bis 20 Minuten durchlaufend und ohne Pausen leicht bouldern.

Ich schlage Euch vor, Euch mindestens zwei Monate – lieber drei oder vier – an einer der o.g. Möglichkeiten zu widmen. Es wird wahrscheinlich weniger dauern, um deutliche Verbesserungen zu sehen und spüren. Und nicht vergessen: nächstes Mal, dass Ihr wieder ein Plateau habt, noch einmal den Reiz ändern!

 

 

 

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